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Fallbeispiele: Zukunftskonferenz Viersen

Vom 05. bis 07. Juni 1998 fand in Viersen die bundesweit erste Zukunftskonferenz mit einer ganzen Stadt statt.

 

 

Die Zukunftskonferenz unter dem Motto "Gemeinsam Zukunft schaffen - Vision 2010 für die Kreisstadt Viersen" wurde von Sabine Bredemeyer organisiert und moderiert. Der aus Viersen stammende Journalist Georg Maria Balsen unterstützte als

Co-Moderator und konnte vor Ort wertvolle Hilfe leisten.

 

 


In rund 16 Arbeitsstunden, verteilt auf 3 Tage, entwickelten die 64 Teilnehmer aus allen Bevölkerungsschichten einen Zukunftsentwurf für die 77.500 Einwohner zählende Stadt Viersen. Die gemeinsam erarbiete Vision für die Stadt enthält 17 Schwerpunktziele, die von allen 64 Bürgerinnen und Bürgern mit 100 % Konsens befürwortet werden.

 

 

Das Spektrum der Teilnehmer der Zukunftskonferenz reichte vom Schüler bis zum Politiker, vom Pfarrer bis zur Bürgermeisterin, vom Arbeitgeber bis zum Arbeitslosen, vom Verwaltungsbeamten bis zum Vereinsvorsitzenden, vom Landwirt bis zum Lehrer, von der Hausfrau bis zum Behinderten. Das achtköpfige Planungsteam, bestehend aus der Bürgermeisterin, den Vertreten der Parteien, zwei Mitarbeitern der Stadt und den beiden Moderatoren, hatte die Teilnehmer ausgewählt und folgte dabei dem Grundprinzip der ZKK, das gesamte System in einen Raum zu holen.

 

 

Mal in homogenen, mal in gemischten Gruppen bearbeiteten die 64 Bürgerinnen und Bürger fünf Aufgaben. So untersuchten sie die Entwicklung der Stadt in den letzten 30 Jahren, analysierten die wichtigsten Trends der Gegenwart und fanden Antworten auf die Frage, worauf sie stolz sind und was sie bedauern - auch an ihrem eigenen Beitrag zum Leben in Viersen.

 

 

Der nächste Schritt führte die Teilnehmer ins Jahr 2010. In Sketchen und kreativen Inszenierungen präsentierten sie ihr Idealbild Viersens, bevor sie gemeinsame Ziele identifizierten und die konkreten Projekte erarbeiteten.

 

 

 

Gründe für die Viersener Zukunftskonferenz



Im Jahre 1970 fand eine kommunale Neuordnung statt: Dülken, Süchteln, Bosheim und Viersen ließen die neue Kreisstadt Viersen entstehen.

 

Die Entscheidung für die Kreisstadt wurde zwar mit dem Kopf bejaht, mit dem Herzen aber abgelehnt. Viersen sucht seither nach ihrer neuen, unverwechselbaren

Identität.

 

 

Infrastrukturelle und bauliche Veränderungen führten zum Verlust vertrauter Bauten und einem drastischen Attraktivitätsverlust der Innenstadt. Es fehlte eine bedarfsgerechte Einkaufsstätten-Struktur. Die Perspektivlosigkeit der Jugend der Stadt wurde immer offensichtlicher, Vandalismus und Kriminalität nahmen zu.

Die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Wettbewerb mit den Nachbarstädten veranlassten die Stadt, die Bürger einzuladen, um in dem demokratischen Prozess einer Zukunftskonferenz gemeinsam Antworten auf die brennenden Fragen der Stadt zu finden.

 

 

Ziele der Konferenz, die 100%igen Konsens fanden
und seither in Arbeitsgruppen bearbeitet werden:


Optimierte Verkehrssysteme (Radwege, Öffentl. Personennahverkehr)
Verbesserte Lebens- und Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche
Verbessertes Kulturangebot
Kulturzentrum Viersen, Festhalle
Bedarfsgerechte Gesundheitsvorsorge und -versorgung
Neues soziales Bewusstsein/ Abbau sozialer Schranken
Verbessertes soziales Netzwerk
Entwickeln von veränderten Lebens- und Beschäftigungsformen (neue Techniken einbeziehen, keine traditionelle Vollbeschäftigung)
Beschäftigung für alle
Ausbildung für alle
Ausgewogene Gewerbe-, Handels-, Industrie- und Dienstleistungsbereiche
Attraktives, bedürfnisorientiertes Wohnen für alle
Attraktive Stadtteilzentren
Freizeitangebote ausbauen
Mehr Bürgerbeteiligung
Verbesserte Sicherheit
Familien stärken - junge Familien ansiedeln

Weiter mit: Was nach der Viersener Zukunftskonferenz passierte


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