Ablauf und Spielregeln
Durch zwei Moderatoren erhalten die Teilnehmer Richtlinien und Instruktionen um über 2,5 Tage verteilt an fünf Aufgaben zu arbeiten und ihre Kleingruppen selbst zu organisieren.
Zukunftskonferenzen arbeiten nach sechs Hauptprinzipien:
1. Das ganze, offene System in einem Raum. Das heißt zum Beispiel, ein Unternehmen lädt Kunden, Lieferanten, Kooperationspartner und vielleicht auch Mitbewerber ein, um jeden relevanten Blickwinkel bei der Zukunftsplanung zu berücksichtigen.
2. Fokus auf die Zukunft statt auf Probleme. Vergangene und gegenwärtige Probleme werden zwar angesehen und gewürdigt, nicht jedoch bewertet oder gar bearbeitet.
3. Gemeinsamkeiten finden statt Konflikte bearbeiten. Man sucht von Anfang an die Gemeinsamkeiten, den größten gemeinsamen Nenner der Wunschvorstellungen aller Teilnehmer der Konferenz, um eine Zukunft zu planen, die dann alle ausnahmslos befürworten können.
4. Das ganze, offene System untersuchen. Alle Aspekte im Zusammenhang mit dem Thema werden untersucht. Jeder Blickwinkel und alle Aspekte werden in Betracht gezogen: "Wir", die Organisation selbst (das Unternehmen/die Stadt), das Umfeld und die Welt, d.h. auch alle Aspekte, die von außen auf das "System" einwirken.
5. Es wird in selbststeuernden Kleingruppen gearbeitet. Meist sind es Achter-Tische, die ihre Diskussionen selbstständig managen, sich selbst organisieren und ihre Ergebnisse präsentieren. Die Projekt- oder Aktionsgruppen am Schluss der Zukunftskonferenz haben unterschiedliche Teilnehmerzahlen.
6. Maßnahmen erst dann planen, wenn Konsens über die gewünschte Zukunft erreicht ist. So kommt es erst am dritten Tag zur Maßnahmenplanung. Da jedoch Konsens über die gemeinsame Zukunft besteht, ein starkes Gemeinschaftsgefühl und das Wissen eines jeden Einzelnen, dass alle im Raum in einem Boot sitzen und man im Grunde das Gleiche will, geht die Maßnahmenplanung dann so schnell, wie es niemand für möglich gehalten hätte. In manchmal weniger als zwei Stunden entstehen Maßnahmen und Aktionspläne, die vorher einberufene Aktionsteams in Jahren nicht zustande gebracht haben.