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Storytelling-Workshops in Organisationen

Der Berührungspunkt von Seele und Gemeinschaft.


Geschichten erzählen ist ein uraltes Ritual der Menschheit und kann in jedem Lebensbereich bereichernd, lehrreich und heilsam sein. Es wird in Unternehmen mehr und mehr dazu eingesetzt, Eigenverantwortlichkeit und Kommunikationsfähigkeit von Führungskräften und Mitarbeitern zu erhöhen, die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern, Mitgefühl und Verständnis zu schaffen, Teamentwicklung zu fördern, Konflikte zu lösen und Motivation, Visionsfähigkeit und Inspiration in Unternehmen zu steigern. Methoden wie Appreciative Inquiry bauen auf Storytelling.

 

Dass ein so simples Instrument wie Geschichtenerzählen so tiefgreifende Auswirkungen hervorbringen soll, klingt zunächst unwahrscheinlich. Sieht man sich jedoch die "Geschichte des Geschichtenerzählens" an, werden diese Ergebnisse nachvollziehbar.

 

 

Geschichte des Geschichtenerzählens


Geschichten haben unsere Vorfahren schon erzählt, als wir uns vor vielen Millionen Jahren schutzsuchend um ein Feuer versammelten. Während die Scheite prasselten und die Glut ihre Wärme ausstrahlte, gaben wir Geschichten weiter, um Wissen zu vermitteln, Geschehnisse zu interpretieren und Erfahrungen auszutauschen. Wenn wir heute zu zweit oder in einer Gruppe zusammenkommen, erzählen wir uns ebenfalls Ereignisse in Form von Geschichten. Diese enthalten nicht einfach Daten und Fakten, sondern vermitteln auch unsere Gefühle, unseren Blickwinkel und unsere Beurteilung des Geschehenen oder machen deutlich, dass wir gerade genau danach suchen. Durch unsere Geschichten realisieren wir selbst und unsere Zuhörer, wie wir uns mit dem Erzählten fühlen und geben der gelebten Erfahrung Bedeutung. Manchmal erfinden wir neue Geschichten, in denen wir zu leben oder zu arbeiten wünschen. Und wenn wir aufmerksam uns oder anderen zuhören, dann entdecken wir in den Geschichten auch Muster oder Glaubenssätze, die in unserem Leben zum Thema geworden sind.

 

 

Wenn wir Geschichten zuhören, können wir uns in den Erfahrungen anderer wiederfinden. Wir entdecken unvermutete Gemeinsamkeiten oder können die Einzigartigkeit des Erzählers erkennen. Geschichten eröffnen die Möglichkeit, einander tiefgreifend zu verstehen, Vorurteile abzubauen und einander in unserer Vielfalt zu respektieren.

 

 

Wenn wir selbst Geschichten erzählen, machen wir die Erfahrung, verstanden zu werden. Mehr und mehr Menschen leiden heute darunter, dass sie sich unverstanden fühlen. Gibt man ihnen die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erz ählen, ist dies ein sehr heilsamer Prozess.

 

 

 

Storytelling Workshops in Unternehmen



Wie in einer Open Space Konferenz sitzen die Teilnehmer im Kreis. Dieser kann sich in einem hellen geschlossenen Raum oder Im Freien oder am Lagerfeuer befinden. Das Thema des Storytellings wird vorher genannt und die Teilnehmer werden eingeladen,

Geschichten zu diesem Thema zu erzählen.

 

 

Manchmal beginnt der Workshop damit, dass sich zunächst Zweier- oder Dreiergruppen zusammenfinden, um sich zunächst einmal in kleinerem Kreis ihre Geschichten zu erzählen. Danach kommen alle in den großen Kreis zurück und können, wenn sie wollen, ihre Geschichten im großen Kreis erzählen.

 

 

Es ist wichtig zu wissen, dass die Teilnehmer zunächst häufig sehr skeptisch sind. Sie haben vorher häufig niemals eine solche Erfahrung gemacht und es ist schon ungewöhnlich, aufgefordert zu sein, ganz eigene Geschichten in einem Kreis von Menschen zu erzählen, mit denen man normalerweise "nur" zusammenarbeitet.

 

 

Wenn wir als Moderatoren jedoch damit begannen, unsere eigenen Geschichten zu erzählen, konnten wir beobachten, wie die Teilnehmer immer entspannter wurden. Sie bemerkten plötzlich die Kraft in ihren eigenen Geschichten. Sie spürten, dass gute Geschichten Werte vermitteln, die sie gern in der Welt sehen würden. Und dann, wenn sich die Teilnehmer sicher genug fühlen, beginnt immer jemand „Wissen Sie, da fällt mir eine Geschichte ein, die vielleicht dazu passen könnte". Und dann erzählt einer nach dem anderen seine Geschichte. Manchmal auch mehrere. Und wenn das passiert, verändert sich die Energie im Raum. Die ganze Atmosphäre wandelt sich. Die Teilnehmer entspannen. Die Menschen teilen sich mit. Sie verbinden sich mit der Menschlichkeit der anderen im Raum. Wir erleben immer wieder, dass Mitgefühl und Zuneigung den Raum füllten, Tränen flossen und die Teilnehmer ihre Vorurteile gegenüber ungeliebten Kollegen überwinden und sie plötzlich mit anderen Augen sehen konnten.

 

 

Die Größe der Gruppe kann von zwei bis ca. 300 Menschen groß sein. Vierstündige Workshops wurden schon als zu kurz betrachtet, deshalb schlagen wir gern Veranstaltungen am Abend mit Open End vor.

 

 

 

Was bewirkt Storytelling?


Knapp zusammengefasst bewirkt Storytelling, dass Menschen sich plötzlich als Menschen und nicht als Funktionsträger erkennen können. Geschichten inspirieren zu neuen Möglichkeiten und Lösungen am Arbeitsplatz. Die Teilnehmer entwickeln tiefere zwischenmenschliche Beziehungen. Vertrauen und die Bereitschaft, gemeinsam Risiken einzugehen, werden geweckt und gesteigert. Gemeinsamkeiten werden entdeckt und die Menschen sind bereit, ihre Unterschiedlichkeit zu respektieren. Unzufriedenheit und Negativität konnten durch gemeinsames Lachen und Weinen, durch berührende Mitteilungen aufgelöst werden.

 

 

Bewusst eingesetzt in Unternehmen kann Storytelling wesentlich dazu beitragen, die Zufriedenheit und damit die Lebensqualität der Mitarbeiter zu steigern und Zukunftsszenarien zu kreieren, die von allen gewollt werden.

 

 

 

Pro & Contra: Wann kann Storytelling eingesetzt werden?


Als Storytelling-Gruppe mit geringer Teilnehmerzahl (3 – 15) in einzelnen Abteilungen – auch ohne Moderation durch Außenstehende – zur Schaffung von mehr Gemeinschaft , Teamgeist und Verständnis füreinander
Als Storytelling-Workshop vor Großgruppen-Konferenzen zum "Öffnen des Raumes" für mehr Offenheit, Wahrhaftigkeit, Toleranz und Respekt
Im Rahmen von Großgruppen-Konferenzen
Als großer Workshop mit den Mitarbeitern eines Unternehmens oder eines Systems mit mehreren Interessengruppen, um Verständnis füreinander zu bekommen, mehr Toleranz und Respekt zu schaffen, um bestimmte Stimmungen und Verstimmungen offen zu legen, zu verstehen und damit greifbar zu machen als Basis für besseres Verständnis, bessere Zusammenarbeit und ggf. nächste gemeinsame Schritte

Wann sollte Storytelling nicht angewandt werden?


Wenn es "benutzt" werden soll, um Menschen auszuhorchen
Wenn die Teilnehmer nicht freiwillig kommen würden (denn die Teilnahme MUSS freiwillig sein)
Wenn im System eine ausgesprochene Misstrauenskultur herrscht oder die Teilnehmer sich geradezu feindselig gegenüberstehen

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