Überall liest man darüber, was Arbeitnehmern heute abverlangt wird und wie dramatisch die Burnout-Statistik ansteigt. Kaum jemand fragt danach, wie es den Chefs heute geht. Denn nicht nur Arbeitnehmer leiden unter den steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz. Gerade Führungskräfte stehen heute unter größerem Druck als je zuvor. Um mit den Herausforderungen der neuen Zeit mit ihrer Digitalisierung Schritt zu halten müssen sie neben ihren fachlichen Fähigkeiten heute auch zunehmend komplexere Führungstools einsetzen und über ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen verfügen, um ihre Ziele zu erreichen und ihre Mitarbeiter bei der Stange zu halten.

Darüber wird kaum gesprochen. Da Menschen in Führungspositionen oft ein Selbstbild haben, in dem Schwäche nicht vorkommt sondern vielmehr Stärke, Durchhaltevermögen, Fleiß und die Fähigkeit alle anderen mitzureißen, verdrängen sie gern die deutlichen Anzeichen dafür, dass Körper und Seele aus dem Gleichgewicht geraten und werden mit ihrer Selbstüberforderung zu ihrem eigenen gefährlichsten Gegner und Risikofaktor für ihr Unternehmen. Erst wenn ihnen nichts anders mehr übrig bleib da der Körper schlapp macht und die Seele zu zerbrechen droht, beginnen sie ihr Verhalten zu hinterfragen und etwas zu ändern. Mit etwas mehr Achtsamkeit und einfachen Verhaltensänderungen muss es soweit nicht kommen.

Ungehört werden die Warnungen der
inneren Stimme zum Aufschrei des Körpers

Ob es Verantwortungsbewusstsein ist, Ehrgeiz oder auch die Freude an der Arbeit: Führungskräfte arbeiten oft zuviel, stellen an sich selbst schier unerfüllbare Anforderungen und hören nicht auf die kleine innere Stimme, die zunächst ganz leise und dann immer lauter darauf aufmerksam macht, dass etwas nicht stimmt. Überforderung, Stress, Schlafmangel, ungesunder Lebenswandel, damit auch häufig familiäre Schwierigkeiten, Ärger mit Kollegen und Mitarbeitern. Der Teufelskreis zieht sich zu: die Arbeit fällt zunehmend schwerer, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Depression erfordern noch längere Arbeitszeiten. Die Arbeit wird zur Tortour und die Mitarbeiter leiden unter einem Chef, der als wandelnde Umweltverschmutzung, schlecht gelaunt, unkonzentriert und ungerecht das gesamte Arbeitsklima vergiftet. Die beste Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen darunter leidet und auch die Mitarbeiter krank werden

Trostpflaster und noch mehr Anstrengung bewirken das Gegenteil

Wenn Sie als Führungskraft hier nicht innerhalten und nachspüren, was los ist, sich Hilfe holen und Ihre Gewohnheiten ändern, werden Sie von Ihren körperlichen Symptomen aus der Bahn geworfen. Halbherzige Selbstbeschwichtigungen wie „Bald haben wir es ja geschafft“ oder „Ach was, das ist doch nichts“ manövrieren Sie nur noch schneller in den Zusammenbruch. Fragwürdige Belohnungen wie opulente Essen mit reichlich Alkohol oder ein hektischer Wochenendtrip mit der Familie schaffen keine Abhilfe sondern belasten den angeschlagenen Körper und die geschundene Führungsseele nur noch mehr. Es hilft einfach nicht, Pflaster auf Kontrolllampen zu kleben. Die Ursache breitet sich nur weiter aus. Mehr arbeiten und dafür weniger schlafen – eine oft geübte Praxis – ist die gefährlichste Variante, keine Schwäche zu zeigen, durchzuhalten und die Arbeitsbelastung irgendwie doch noch zu schaffen. Der Körper macht das nicht mit und die Seele verkriecht sich in dunklen Wolken: Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Depression sind die Folge.

Die gute Nachricht: Der Weg aus dem Teufelskreis macht Freude

So weit muss es nicht kommen. Wenn Sie Verantwortung für Unternehmenserfolg und die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft Ihrer Mitarbeiter tragen, sollten Sie sich klar machen, dass die Ergebnisse von Ihrer Gesundheit und Ausgeglichenheit, von Ihren reflektierten, klaren Entscheidungen und Ihrer Begeisterungsfähigkeit abhängig sind. Ihre Konstitution, der Zustand Ihres Körpers und Ihrer Seele sind die Katalysatoren für alles, was im Unternehmen geschieht. Und so macht es Sinn, dass Sie Ihre Führungsqualitäten wie Ihren wachen Verstand, Ihre Disziplin und Ihre Zuverlässigkeit als allererstes auf sich selbst anwenden: seien Sie hellwach und aufmerksam, wenn sich kleinste Anzeichen für Unzufriedenheit und Unwohlsein einstellen und bringen Sie sich wieder ins Gleichgewicht. So tragen Sie gleich zu zwei positiven Ergebnissen bei: Ihre Lebensqualität steigt nach kurzer Zeit und Ihre neu gewonnene Energie und Ausgeglichenheit trägt zu einem besseren Klima und zu mehr Unternehmenserfolg bei.

Ein hilfreicher Weg für eine gesunde Unternehmerseele

Die Happy-Leading-Formel, die mit fünf Bereichen die Basis für ausgeglichene, erfolgreiche Führung bildet, ist eine sinnvolle Roadmap zu mehr Lebensqualität und Freude an der Arbeit:

  1. Untersuchen Sie Ihr WARUM: entdecken Sie Ihren Lebenssinn wieder, der Ihnen als Kind schon so klar war. Finden Sie heraus, welche Lebensaufgabe Sie beflügelt und welche Berufung Sinn für Sie macht. Finden Sie heraus, was Sie erfüllt und wofür Sie Ihre Zeit und Energie investieren wollen. Was hat Ihre Führungsaufgabe damit zu tun und wie könnten Sie sie verändern, damit Sie wieder mit Energie und Freude arbeiten können. Zum WARUM gehören auch Ihre Bedürfnisse. Was brauchen Sie, um überhaupt Ihr Bestes geben zu können? Finden Sie auch Ihre persönlichen Werte heraus und sorgen Sie dafür, dass Sie sie auch in Ihrem Unternehmen leben können.
  2. Sorgen Sie für Ihren gesunden Körper und Ihre ausgeglichene Seele. Gesunde Ernährung, Entgiftung, ausreichend Bewegung und sechs bis acht Stunden Schlaf sind die Voraussetzung. Diese fünf Themen und ihre gewissenhafte Beachtung sollten Sie mit derselben Disziplin und Konsequenz behandeln und respektieren wie Ihre wichtigsten Aufgaben im Job. Nehmen Sie Spezialisten zur Hilfe: Ärzte, Personal Trainer oder Coaches, die Ihnen helfen können, gerade wenn Sie bereits unter Überanstrengung leiden und Ihre Antriebskraft gering ist.
  3. Verstärken Sie Ihr Charisma. Es gehört zu den Merkmalen erfolgreicher Führungskräfte. Wenn Sie die Punkte eins und zwei bereits beachten, haben Sie schon viel für Ihre Ausstrahlung als gesunder, ausgeglichener und kraftvoller Chef getan. Nehmen Sie sich einen Coach, der Ihnen vermitteln kann, wie Sie in Gesprächen und Auftritten noch strahlender wirken und damit Ihre Zuhörer gewinnen können.
  4. Trainieren Sie Ihre emotionale und soziale Kompetenz. Es macht sehr zufrieden – Sie selbst und Ihr Team – wenn die Mitarbeiter sich verstanden fühlen, Gespräche einfacher werden, Missverständnisse und Konflikte ausbleiben und das Arbeitsklima insgesamt angenehm ist.
  5. Nutzen Sie Führungstools, die Ihnen Ihre Aufgaben leichter machen: Tools zur Verbesserung des Unternehmensklimas und partizipative Meeting- und Konferenzmethoden, welche die kollektive Intelligenz Ihrer Mitarbeiter sichtbar und nutzbar machen. Es sind Methoden, die allen Beteiligten dienen: Sie als Chef profitieren von dem gesamten Wissens-Potenzial in Ihrem Unternehmen und Ihre Mitarbeiter bekommen das berechtigte Gefühl, gebraucht zu werden und dem Unternehmenserfolg maßgeblich beigetragen zu haben. Das schafft großartige Ergebnisse und eine zufriedene, eingeschworene Gemeinschaft, die sich wie Sie über die positiven Ergebnisse freuen kann.

Dieser Artikel ist entstanden auf der Basis meines Buches „Happy Leaders – Happy People – Great Results. Über die Kunst, ausgeglichen und erfolgreich zu führen.“
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